Zerren am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen

Video vom 4. Nov.:

https://www.youtube.com/watch?v=jGwAd_EBTKg

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Kurzurlaub

Wir fahren 4 Tage in unser Haus in Oberösterreich. Ich frage mich, ob es unser letzter Aufenthalt dort mit Yanni sein wird. 😦

Heute ist es 3 Wochen her, dass wir die geschwollenen Lymphknoten bemerkt haben. Bisher bekommt Yanni kein Cortison. Ich habe es aber sicherheitshalber vom Tierarzt geholt, sollte er während der kommenden Tage Beschwerden zeigen.

Niemand weiß, wie lange wir unseren geliebten Yanni noch haben!

Weiterhin ist keine Verhaltensänderung sichtbar. Aber er schläft natürlich sehr viel und netterweise weicht ihm sein Sohn Dennis kaum von der Seite. Das war schon immer so. So liegen die beiden immer gemütlich zusammen und oft legen wir uns auch dazu. Das sind die Momente, wo ich einfach gerne die Zeit anhalten würde.

Der Umgang mit dieser verdammten Krankheit ist SO schwer!

Heute vor 2 Wochen ..

Heute vor genau 2 Wochen haben wir bei Yanni geschwollene Lymphknoten entdeckt. Kurz darauf erhielten wir die Diagnose Krebs (Lymphom). 😦 😦 😦

„Wie geht es Yanni jetzt?“ werden wir oft gefragt.

Bisher geht es Yanni gut! Er schläft viel, aber er geht auch gern spazieren, schnuppert interessiert, spielt mit Dennis, spielt mit seinem Quietschie und schmust gerne, vor allem mit seinem kleinen, besten Freund Jacob. Er frisst auch brav, die Schüssel wird immer ausgeschleckt. Eine Umstellung auf eine kohlenhydratfreie Kost (empfohlen bei Krebs, da sich Tumorzellen vor allem von Kohlenhydraten ernähren!) war in unserem Fall keine großartige Umstellung, da unsere Hunde auch vorher kaum bis gar keine Kohlenhydrate bekommen haben. Hin und wieder gab es abends mal Reis oder Nudeln dazu, wenn von mittags etwas übrig war. Das ist jetzt gestrichen. Yanni bekommt nun in erster Linie fettreiche Kost. Wir gießen ihm eine schöne Portion von gesunden Ölen z.B. Leinöl oder Distelöl, manchmal auch Olivenöl, über sein Futter (eine Mischung aus Fleisch + Topfen, Buttermilch oder Joghurt + Gemüse; hin und wieder gibt es auch Obst, das Krebszellen nicht mögen, z.B. Himbeeren).

Die Lymphknoten sind – bis auf einen – unverändert. Der in der linken Kniekehle kommt uns kleiner vor. Die Lymphknoten am Hals sind etwa so groß wie Tischtennisbälle und wir beobachten sie sehr genau, da diese bei weiterer Vergrößerung (bis zu Tennisball groß!), die ganz plötzlich auftreten kann, zum Ersticken führen könnten!

Yanni bekommt derzeit keine Medikamente. Auch kein Cortison. Unser Tierarzt will es ihm erst geben, wenn eine Verschlechterung eintritt. Zitat: „Wir wollen doch noch nicht jetzt schon unser ganzes Pulver verschießen“. Nein, wollen wir nicht. Wir hoffen, dass Yanni noch eine zeitlang beschwerdefrei bleibt.

Unsere Welt bricht zusammen

Yanni hat Krebs. Er wird bald sterben. 😦 😦 😦

Mit dieser Tatsache müssen wir seit einigen Tagen leben. Die Diagnose (und Prognose) zieht einem den Boden unter den Füßen weg. Man ist fassungslos, dass ein so lebensfroher Hund dem baldigen Tod geweiht ist. Für uns bricht schlichtweg eine Welt zusammen!

Wie kam das? Ganz plötzlich. Aus heiterem Himmel.

Am Samstag, den 12. Oktober bemerke ich am Heimweg von einem Spaziergang einen plötzlich auftretenden „komischen Gang“ bei Yanni. Es sieht so aus als ob er hinten nicht gut auftreten würde. Ich kontrolliere die Ballen, vielleicht steckt ein Dorn drin. Es ist alles in Ordnung. Daheim angekommen, streckt sich Yanni durch und stapft mit genau diesem Gang über den Hof. Wir untersuchen ihn und finden in den Kniekehlen „Kugeln“. Was ist das denn? Hat das der Dennis auch? Nein, der hat das nicht. Anruf bei unserem Tierarzt, der leider nicht da war (Samstag … !). Wir bekommen aber eine genaue „Abtastanleitung“ von ihm übers Telefon. Da ist ja auch vorne unterm Kiefer so eine Kugel. „Das sind geschwollene Lymphknoten. Das ist gar nicht gut. Kommt am Montag in der Früh gleich zu mir.“ Natürlich tippe ich sofort „Hund geschwollene Lymphknoten“ in google ein und was ich da zu lesen bekomme haut mich vom Sessel. Man liest vom „Lymphom“, dem Lymphdrüsenkrebs, der 3. häufigsten Krebsart bei Hunden. Wir befürchten das Schlimmste, aber wir hoffen auf einen bakteriellen Infekt. Könnte ja sein.

Am Montag tastet unser Tierarzt sämtliche Lymphknotenregionen ab. Seine klare Aussage danach, „Yanni hat Krebs“. Wenn wir eine genauere Abklärung und eventuell eine Chemotherapie wollen, sollten wir uns an die Onkologie der Vet Med Uni Wien wenden. Natürlich tun wir das. Am Mittwoch früh haben wir einen Termin. Yanni wird genau untersucht. Der Onkologe bestätigt sofort die Aussage unserer Tierarztes und führt mit uns ein Beratungsgespräch durch. Was sind nun die weiteren Schritte, welche Möglichkeiten haben wir. Uns wird die Chemotherapie genau erklärt. Ich frage, ob die denn überhaupt möglich sei, da wir ein kleines Kind haben und ich gehört habe, dass das eine Chemotherapie praktisch unmöglich macht. Der Tierarzt erklärt uns die Gefahr der Zytostatika für Kleinkinder ausführlich. Schon beim Zuhören denken wir uns „Oh Gott, dieses Risiko kann man nicht eingehen“. Nach jeder Behandlung müssten wir Yanni für 3 Tage woanders unterbringen. Wir schauen uns entsetzt an. Es geht bei der Chemotherapie nicht um Heilung, sondern um Verlängerung des Lebens bei Erhaltung der Lebensqualität. Yanni woanders unterzubringen und selbst wenn das bei unseren Eltern ist, ist keine Lebensqualität. Zumal wir hier nicht von einmal reden, sondern von einer regelmäßigen Ausquartierung. Und welches Gefühl hat man dann am 4. Tag, wenn Hund und Kind engen Kontakt haben, was bei uns der Fall ist, da Jacob und Yanni EXTREM eng befreundet sind? Der Arzt versteht uns völlig und sagt, dass sich praktisch kein Hundbesitzer mit Kleinkind für die Chemotherapie entscheidet. Uns bleibt also nur Cortison mit einer Überlebenszeit von ein paar Wochen.

Dann wird Blut für ein Blutbild abgenommen, es wird ein Ultraschall gemacht, zum Schluss wird eine „Feinnadelaspiration“ gemacht. In beide Lymphknoten der Kniekehle wird eine Nadel gestochen (ohne Sedierung, Yanni war wie immer sensationell ruhig und brav)  und die gewonnenen Proben werden auf Objektträgern deponiert. Das Ergebnis der Zytologie würden wir am nächsten Tag erhalten. Der Ultraschall zeigt vergrößerte Lymphknoten mit einem Durchmesser von 1 – 3,5cm. Auf der Milz wird ein 6mm großer Knoten entdeckt. Das kann harmlos sein, oder auch nicht. Am Befund steht: „Verdacht auf Milzinfiltration“ und „Verdacht auf Lymphom“. Das Blutbild ist leider „zu gut“ für einen Infekt. Es ist eigentlich unauffällig. Meistens sind bei Lymphom die Leukozyten zu hoch, bei Yanni nicht. Ein klein wenig Hoffnung bleibt. Komplett unrealistisch natürlich, dass sich sowohl unser Tierarzt als auch der Onkologe, der mit diesen Dingen täglich zu tun hat, irren. Aber in der Verzweiflung denkt man nicht logisch.

Der Mittwoch vergeht und wir warten auf den Befund der zytologischen Untersuchung. Dieser kommt Donnerstag vormittag und wir haben das, was uns gesagt wurde, nun schwarz auf weiß und beim Lesen wird einem übel und man fühlt sich schwindlig: „Das Zellbild spricht für ein high grade Lymphom“. High grade – das bedeutet besonders bösartig.

Niemand kann genau sagen, wieviel Zeit wir noch mit unserem Yanni haben. Aber nicht mehr lange, so viel ist sicher. Wir wollen jeden Tag genießen bevor er uns, viel zu früh, verlassen wird. 😦

Weinlese

Die Weinlese hat vor kurzem begonnen. Im Weingarten gibt es viel zu schnuppern und natürlich kann man auch ein paar herrliche Weintrauben naschen.

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Urlaubsimpressionen

Endlich kommt mein Frauli dazu, ein paar Bilder von unserem Urlaub hochzuladen. Ich habe den Urlaub sehr genossen. Das ganze Rudel war zusammen. Genau so soll es auch immer sein!

Im Urlaub …

… war ich immer in der Nähe von herrlich erfrischendem Wasser.

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… waren meine Leute mit mir oft Radfahren.

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… bin ich viel geschwommen.

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… bin ich viel spazieren gegangen.

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… habe ich wild mit meinem Sohn gezerrt.

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… habe ich mit meinem Sohn herumgetollt.

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… habe ich meinem Sohn gezeigt, wie man mit der Goaß ackert.

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… habe ich mit meinem zweibeinigen Freund gespielt.

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… bin ich über Stock und über Stein gegangen.

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… habe ich die Natur genossen.

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… war ich nie an der Leine.

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… habe ich viel geschlafen.

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Radfahren

Yanni liebt Radfahren!

Dieses Video haben wir allerdings nicht in der derzeitigen Hitzewelle gemacht. Bei diesen Temperaturen ist an Radfahren natürlich nicht zu denken. Irgendwann werden die 35-40°C hierzulande aber auch wieder vorbei sein und dann steigen wir wieder auf den Sattel und fahren eine Runde.

Hier der Link zum Video. Viel Spaß beim Anschauen!

http://www.youtube.com/watch?v=qq77KXI1vGM

Alternativer Link:

https://vimeo.com/72035670

Das Leben mit einem blinden Hund – persönliche Ergänzungen

Zurechtfinden im Haus

Der Hund merkt sich in der Tat sehr schnell die Gegebenheiten in seinem Zuhause. Auch Möbelumstellungen sind möglich, wenn man die Neuerung dem Hund zeigt (das neue Möbelstück beklopfen, den Hund beschnuppern lassen, etc.). Wir haben ein Kleinkind und so liegen bei uns natürlich immer wieder Spielsachen am Boden herum. Bisher war das kein Problem, aber wir bemühen uns, den Hauptgehweg durchs Haus stets frei zu halten.

Geruchs- und Hörsinn eines blinden Hundes

Ein Glöckchen hatten wir anfangs auch geplant, aber dazu kam es letztlich nie. Wir haben uns anfangs aber auf die Oberschenkel geklopft, um Yanni zu „steuern“ bzw. sind vor allem an engen Stellen vorausgegangen und haben dabei etwas „getrampelt“. Heute machen wir das kaum bis gar nicht. Wenn es einmal eng ist, orientiert sich Yanni meistens an unserem 2. Hund, der ohnehin immer schon gern vorausgelaufen ist.

Geräusche sind wichtig

Es scheint dem blinden Hund auch möglich zu sein festzustellen, in welche Richtung er ausweichen muss. Anfangs waren wir sehr erstaunt, dass Yanni auf den Zuruf „Vorsicht!“ in die richtige Richtung auswich (ohne Hilfe des 2. Hundes!). Woher weiß er denn, ob es links oder rechts am Hindernis vorbeigeht? Vor ein paar Monaten haben wir einen Bericht im TV gesehen, wonach sich blinde Menschen durch „Schnalzen“ mit der Zunge also quasi mit „Echoortung“ zu orientieren lernen.  Vielleicht ist es beim blinden Hund ähnlich, dass er sich durch den Zuruf des Menschen und die vom Hindernis zurückgeworfenen Schallwellen orientieren kann und im Kopf ein 3D-Bild seiner unmittelbaren Umgebung erhält?

„Vorsicht“

Aufmerksamtkeit und vorausschauendes Gehen ist wichtig, um den Hund rechtzeitig vor plötzlich auftauchenden Hindernissen (z.B. parkenden Autos, hervorstehenden Ästen etc.) zu warnen. Wenn man selbst abgelenkt ist, kann es passieren, dass man zu spät vorwarnt.

Der Umgang

Man sollte in der Tat auf keinen Fall mitleidvoll mit dem Hund sprechen, sondern ganz normal bzw. mit spielerischer, motivierender Stimme. Vor allem ein gerade erblindeter Hund braucht Sicherheit, die er nur spüren kann, wenn ihm sein Rudel diese vermittelt.

Spielsachen

Yanni liebt Quietschies, das war schon vor seiner Erblindung so. Natürlich sind geräuschgebende Spielsachen empfehlenswert, aber dadurch, dass wir ja auch einen 2. Hund haben, funktionieren auch andere Spielsachen z.B. der Netzball oder das Tau bestens, da die beiden Hunde damit zerren können.

Das Leben mit einem blinden Hund

 
Gastartikel von Ina Jobst. 

Das Leben mit einem blinden Hund ist nicht viel anders als mit einem Sehenden. Sie haben die gleichen Flausen im Kopf und müssen erzogen werden.

lea2Ein erblindender Hund gewöhnt sich schnell an seine neue Situation, er wird sich merken wo in der Wohnung Hindernisse sind, wo Türen und Treppen sind und wo es etwas Leckeres zu Klauen gibt. Wichtig ist dabei, dass die Möbel in der Wohnung nicht mehr umgestellt werden, der Hund muss die Möglichkeit haben den Wegeplan im Zuhause auswendig zu lernen. Auch sollte der Hund nicht herumgetragen werden, denn so kann er nicht spüren, wo die Gegenstände im Haus sich befinden und wo die freien Wege sind.

Geruchs- und Hörsinn eines blinden Hundes

Der Geruchs- und Hörsinn eines blinden Hundes prägt sich nach und nach immer stärker aus und ersetzt zum Teil die fehlende Sinneswahrnehmung des Sehens. So kann man markante Stellen wie den Schlafplatz und den Fressplatz mit ätherischen Ölen markieren (kein Zitronenöl, diesen meiden Hunde).

Eine andere Hilfe ist anfangs sich selbst ein Fußkettchen mit einem Glöckchen anzuziehen, so kann der blinde Hund schnell hören, wo wir uns gerade befinden oder ob wir uns auf ihn zubewegen. Hat man noch andere Haustiere kann man auch ihnen ein Glöckchen an das Halsband binden, so kann der blinde Hund sich an dem Hausgenossen orientieren.

Geräusche sind wichtig

Wichtig ist, dass der Hund lernt sich an Geräuschen zu orientieren. Wenn man z.B. um eine Kurve läuft oder die Richtung ändert, klopft man dabei an sein Hosenbein. Oder beim Treppensteigen sollte man mit den Füßen lauter auftreten, so kann sich der blinde Hund leichter auf die Stufen einstellen.

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„Achtung“ und „Vorsicht“

Außerhalb sollte der Besitzer seine Augen offenhalten nach gefährlichen Hindernissen wie Stacheldraht, Glasscherben oder einfach nur eine schrecklich nasse Pfütze. Man muss seinen blinden Hund rechtzeitig warnen und ihm somit Vertrauen geben, dass man ihn immer rechtzeitig warnt. So sind Befehle wie „Achtung“ und „Vorsicht“ sehr wichtig.

Der Umgang

Ebenso wichtig ist die Stimmlage mit der der Hund angesprochen wird. Sie darf nicht mitleidvoll klingen. Hunde kennen kein Mitleid in dem Sinne, für sie ist die Aussprache mit einem unsicheren Verhalten verbunden. Er empfindet dies eher als ängstliches Verhalten des Besitzers und das verunsichert den blinden Hund somit. Im Gegenteil, man sollte mit erhöhter spielerisch klingender Stimme den Hund animieren zu einem zu kommen.

ina und lea

Ina und Lea

Spielsachen

Bei Spielsachen kann man darauf achten, dass diese Geräusche abgeben, entweder durch Glöckchen im Inneren oder durch unrunde Formen des Spielzeuges, welches beim Rollen auf dem Boden Geräusche macht, im Gegensatz zu einem lautlos rollenden Ball.

Auf meiner Internetseite www.blinde-hunde.de finden Sie noch weitere Informationen rund um den blinden Hund, sowie für blinde Hunde geeignetes Spielzeug.

Ein Brustgeschirr und zahlreiche Missverständnisse

Im November haben wir hier über Yannis neues Brustgeschirr berichtet: https://blinderhund.wordpress.com/2012/11/28/neues-brustgeschirr/. Wenn wir unterwegs sind, trägt Yanni praktisch immer dieses Geschirr. Trotzdem kommt es immer wieder zu zahlreichen Missverständnissen mit anderen Leuten. Hier ein paar Aussagen, die wir schon gehört haben bzw. teilweise immer wieder hören:

„Aha, ein Blindenhund!“ (Das steht aber  nicht am Brustgeschirr ..)

„Haben sie mit dem Hund eine spezielle Ausbildung machen müssen?“ (Der ist so intelligent, der schafft das ohne Ausbildung!)

„Das stimmt aber nicht, was da steht? Der Hund ist ja nicht blind.“ (Ein Skeptiker)

„Na, ein bisschen was wird es schon noch sehen.“ (Ein Experte)

„Sie sind doch gar nicht blind!“ (Eh nicht)

„Ich hab gedacht, das ist ein Scherz, was da steht!“ (Da hamma wieder g’lacht)

„Achso, der ist wirklich blind!“ (Doch kein Scherz)

„Wie kann der Hund denn laufen, wenn er nichts sieht?“ (???)